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U1 bis U9: alle Untersuchungen im Überblick

Wann welche U-Untersuchung ansteht, was dabei geprüft wird und welche Fristen ihr kennen solltet, damit die Krankenkasse zahlt.

· 3 Minuten Lesezeit

Kinderärztin hört ein lachendes Baby mit dem Stethoskop ab, die Eltern sitzen daneben

Die U-Untersuchungen sind das Vorsorgeprogramm für Kinder in Deutschland. Sie sind Kassenleistung, werden im gelben Untersuchungsheft dokumentiert und folgen festen Altersfenstern. Dieser Überblick ersetzt kein Gespräch in der Praxis.

Warum die Zeitfenster wichtig sind

Zu jeder U gehört ein Zeitraum, in dem sie stattfinden soll, und ein etwas größeres Toleranzfenster. Der Grund ist fachlich: Vieles lässt sich nur in einem bestimmten Entwicklungsalter sinnvoll prüfen. Es gibt aber auch einen praktischen: Außerhalb der Fristen übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht zwingend.

In mehreren Bundesländern gibt es zusätzlich ein Einladungs- und Meldewesen. Wer nicht kommt, wird erinnert, in manchen Ländern wird das Jugendamt informiert. Die Regeln unterscheiden sich je nach Land.

Der Zeitplan im Überblick

Untersuchung Zeitpunkt
U1 direkt nach der Geburt
U2 3. bis 10. Lebenstag
U3 4. bis 5. Lebenswoche
U4 3. bis 4. Lebensmonat
U5 6. bis 7. Lebensmonat
U6 10. bis 12. Lebensmonat
U7 21. bis 24. Lebensmonat
U7a 34. bis 36. Lebensmonat
U8 46. bis 48. Lebensmonat
U9 60. bis 64. Lebensmonat

Danach folgen die U10 und U11 im Grundschulalter sowie die J1 für Jugendliche. U10 und U11 sind keine regulären Kassenleistungen, viele Krankenkassen zahlen sie trotzdem freiwillig. Ein Anruf bei der Kasse klärt das in fünf Minuten.

Was bei den einzelnen Untersuchungen geschieht

U1, direkt nach der Geburt. Erste Einschätzung der Anpassung an das Leben außerhalb des Mutterleibs, Atmung, Herzschlag, Muskelspannung, Reflexe.

U2, in der ersten Lebenswoche. Gründliche körperliche Untersuchung, dazu gehören Screenings auf Stoffwechsel- und Hormonstörungen, das Hörscreening und je nach Situation weitere Tests.

U3, im ersten Lebensmonat. Gewichtsentwicklung, Trinkverhalten, Reflexe, Ultraschall der Hüfte, Fragen zum Schlafen und Schreien.

U4, mit etwa drei bis vier Monaten. Bewegung, Kopfkontrolle, Reaktion auf Ansprache, Sehen und Hören. Meist erste Impftermine.

U5, im ersten Halbjahr. Greifen, Drehen, Lautbildung, Kontakt aufnehmen.

U6, gegen Ende des ersten Lebensjahres. Sitzen, Krabbeln, erste Wörter, Feinmotorik. Oft der Zeitpunkt für den Abschluss der Grundimmunisierung.

U7, mit etwa zwei Jahren. Sprachentwicklung, Laufen, Verstehen von Aufforderungen, Zahngesundheit.

U7a, mit etwa drei Jahren. Deutlicher Schwerpunkt auf Sehen, Sprechen und Sozialverhalten. Diese Untersuchung wurde ergänzt, weil Seh- und Sprachauffälligkeiten in diesem Alter gut behandelbar sind.

U8, mit etwa vier Jahren. Sprache, Aussprache, Motorik, Selbstständigkeit, Verhalten in der Gruppe.

U9, mit etwa fünf Jahren. Die Untersuchung vor der Schule: Sprache, Konzentration, Grob- und Feinmotorik, Sehen und Hören.

Was ihr mitbringen solltet

  • Das gelbe Untersuchungsheft
  • Den Impfpass
  • Die Versichertenkarte
  • Notizen zu dem, was euch aufgefallen ist

Der letzte Punkt ist der wichtigste und wird am häufigsten vergessen. Zwanzig Minuten Termin sind kurz, und im Behandlungszimmer fällt einem selten ein, was einen zu Hause seit Wochen beschäftigt. Schreibt eure Fragen vorher auf, auch die, die euch zu banal erscheinen.

Die typischen Stolpersteine

Der Termin muss früh gebucht werden. Kinderarztpraxen sind vielerorts voll. Für U7a, U8 und U9 lohnt es sich, zwei bis drei Monate vorher anzurufen.

Die Lücke zwischen U9 und J1. Zwischen der Untersuchung vor der Schule und der J1 im Jugendalter liegen Jahre, in denen kaum ein Vorsorgetermin ansteht. Genau in diese Zeit fallen die Auffrischungsimpfungen und die HPV-Impfung. Wer hier nichts notiert hat, verliert den Faden.

Zwei Kinder, zwei Pläne. Bei mehreren Kindern verschieben sich die Termine gegeneinander, und Eltern verwechseln regelmäßig, wer wann dran ist.

So behaltet ihr die Termine im Blick

In WennDannDa trägt ihr die Vorsorgetermine pro Kind ein, samt Arztpraxis und Telefonnummer. Anstehende Untersuchungen und fällige Impfungen zeigt die App rechtzeitig an, und der Termin steht im Familienkalender, sodass beide Eltern sehen, wer hingeht.

Verbindlich sind immer die Kinder-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses und die Auskunft eurer Krankenkasse.

Quellen

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