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Familienkalender App im Vergleich: worauf es 2026 ankommt
Welche Familienkalender-App zu euch passt: die Kriterien, die im Alltag zählen, ein Vergleich der bekanntesten Anbieter und wo jede an ihre Grenzen kommt.
· 3 Minuten Lesezeit

Fast jede Familie beginnt mit einem geteilten Google Kalender und merkt nach einem halben Jahr, dass Termine nur ein Teil des Problems sind. Dieser Text sortiert, worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt.
Die sechs Fragen, die zählen
1. Sehen alle dasselbe, ohne dass jemand etwas weiterleitet? Das ist die Kernfunktion. Wenn ein Elternteil Termine abtippen muss, die der andere eingetragen hat, ist nichts gewonnen.
2. Kommt die Erinnerung bei der richtigen Person an? Ein Termin im gemeinsamen Kalender sagt noch nicht, wer hinfährt. Lösungen, die Zuständigkeit kennen, nehmen im Alltag mehr ab als Lösungen, die nur anzeigen.
3. Lässt sich der bestehende Kalender weiter nutzen? Kaum jemand gibt seinen Arbeitskalender auf. Eine Familien-App muss sich mit Google, Apple oder Outlook vertragen, sonst pflegt ihr zwei Kalender.
4. Geht es über Termine hinaus? Im Alltag hängen Termin, Aufgabe und Dokument zusammen: Der Elternabend braucht eine Unterschrift, die Reise braucht gültige Pässe. Apps, die nur Termine können, lösen ein Drittel des Problems.
5. Machen die Kinder mit? Eine Lösung, die nur die Eltern nutzen, verteilt nichts. Ab etwa zehn Jahren brauchen Kinder einen eigenen, reduzierten Zugang.
6. Wo liegen die Daten? Familienkalender enthalten Namen, Adressen, Gesundheits- und Schultermine, also besonders sensible Angaben über Minderjährige. Server in der EU und ein Geschäftsmodell, das nicht auf Datenverkauf beruht, sind keine Kleinigkeit.
Die bekanntesten Lösungen
Geteilter Google Kalender. Kostenlos, überall verfügbar, jede Familie kennt ihn. Stark bei Terminen, schwach bei allem anderen: keine Zuständigkeit, keine Aufgabenverteilung, keine Dokumente, kein sinnvoller Kinderzugang. Für Familien, die nur Termine teilen wollen, völlig ausreichend.
TimeTree. Sehr guter geteilter Kalender: beliebig viele Kalender, zu jedem Termin ein eigener Kommentarverlauf, Abgleich mit Google in beide Richtungen auch ohne Bezahltarif. Der Schwerpunkt liegt klar auf Terminen, nicht auf Haushalt und Unterlagen, und die kostenlose Fassung zeigt Werbung.
Cozi. Der Klassiker aus den USA: Kalender, Listen, Essensplanung, sehr ausgereift. Zwei Einschränkungen für deutsche Familien: die Datenverarbeitung findet außerhalb der EU statt, und seit 2024 zeigt die kostenlose Fassung nur noch die nächsten 30 Tage im Kalender. Wer das Sommerlager im März eintragen will, braucht den Bezahltarif.
FamilyWall. Breiter Funktionsumfang inklusive Standortfreigabe für die Familie. Wer die sucht, findet sie hier; wer sie nicht möchte, schaltet sie ab. Der Abgleich mit bestehenden Kalendern gehört zum Bezahltarif.
Famanice. Aus Deutschland, seit Jahren am Markt, mit Familienkalender, Aufgaben, Einkaufsliste und Familienchat, kostenlos und auch im Browser nutzbar.
WennDannDa. Unsere App. Kalender, Aufgaben mit Zuständigkeit, Einkaufsliste, Essensplan, Dokumente mit Ablaufdatum, Gesundheit, Schule und Kita, dazu ein Kinder-Modus. Server in Deutschland, kostenlose Version dauerhaft.
Wir verkaufen eine dieser Apps, sind hier also nicht neutral. Deshalb sagen wir auch, wofür wir nicht die richtige Wahl sind: Wer ausschließlich Termine teilen will, ist mit einem geteilten Google Kalender oder TimeTree schneller am Ziel. Wer Standortfreigabe sucht, findet sie bei uns nicht, weil wir bewusst keine Familienortung anbieten.
Worauf ihr beim Ausprobieren achten solltet
Nehmt euch für den Test zwei Wochen und prüft drei Dinge, die sich in fünf Minuten Herumtippen nicht zeigen:
- Trägt der zweite Elternteil wirklich ein? Der häufigste Grund für das Scheitern ist nicht die App, sondern dass nur eine Person sie pflegt.
- Kommen die Erinnerungen an? Push-Nachrichten sind je nach Handy und Einstellungen unterschiedlich zuverlässig.
- Wie fühlt sich die dritte Woche an? Am Anfang ist jede App spannend. Entscheidend ist, ob sie euch im Alltag Arbeit abnimmt oder Arbeit macht.
Was ihr vor dem Wechsel klären solltet
Prüft, ob ihr eure Daten wieder herausbekommt, bevor ihr sie hineingebt. Ein Export als .ics-Datei sollte selbstverständlich sein. Und klärt, was mit euren Daten passiert, wenn ihr das Konto löscht: sofortige Löschung oder ein Verbleib auf unbestimmte Zeit macht einen Unterschied.
Preise und Tarifgrenzen ändern sich bei allen Anbietern häufig, teils rückwirkend für Bestandskunden. Die Angaben hier beschreiben das Modell, nicht den Tagespreis; den aktuellen Stand schaut ihr am besten direkt beim Anbieter nach.
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