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Impfkalender für Kinder: der STIKO-Plan im Überblick
Welche Impfungen die STIKO für Kinder empfiehlt, in welchem Alter sie anstehen und wie ihr den Überblick behaltet, ohne den gelben Pass zu suchen.
· 3 Minuten Lesezeit

Der Impfkalender der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut ist die Grundlage dafür, welche Impfungen in Deutschland für Kinder empfohlen werden. Er wird regelmäßig überarbeitet, meist jährlich im Epidemiologischen Bulletin. Dieser Artikel gibt einen Überblick und ersetzt kein Gespräch in der Praxis.
Wie der Impfkalender aufgebaut ist
Die STIKO arbeitet mit Altersfenstern statt mit festen Tagen. Für jede Impfung gibt es ein empfohlenes Alter und einen Zeitraum, in dem Versäumtes nachgeholt werden kann. Das ist wichtig, weil kaum eine Familie jeden Termin exakt trifft: ein Infekt, ein Urlaub, eine ausgebuchte Praxis, und schon verschiebt sich alles um zwei Wochen. Das ist in aller Regel kein Problem.
Zwei Begriffe tauchen immer wieder auf:
- Grundimmunisierung: die ersten Impfungen, die den Schutz aufbauen. Sie bestehen meist aus mehreren Dosen im Abstand von Wochen bis Monaten.
- Auffrischung: eine spätere Dosis, die den Schutz erhält. Sie wird oft vergessen, weil zwischen den Terminen Jahre liegen.
Das erste Lebensjahr
Im ersten Jahr liegt der Schwerpunkt. Die meisten Impfungen fallen mit den U-Untersuchungen zusammen, weshalb viele Praxen beides zusammenlegen.
- Rotaviren: eine Schluckimpfung, die früh beginnt, meist ab einem Alter von sechs Wochen. Je nach Impfstoff sind zwei oder drei Dosen vorgesehen.
- Sechsfachimpfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ b, Kinderlähmung und Hepatitis B.
- Pneumokokken, zeitgleich mit der Sechsfachimpfung.
- Meningokokken B sowie im zweiten Lebensjahr Meningokokken C.
Bei reif geborenen Kindern gilt in der Regel ein Schema mit zwei Dosen im ersten halben Jahr und einer weiteren gegen Ende des ersten Jahres. Frühgeborene bekommen eine zusätzliche Dosis. Welche Termine für euer Kind gelten, steht im Impfplan, den ihr in der Praxis bekommt.
Zweites Lebensjahr
- Masern, Mumps, Röteln in zwei Dosen, die erste meist gegen Ende des ersten Lebensjahres, die zweite einige Monate später.
- Windpocken, zeitlich parallel zu den MMR-Dosen. Für die erste Gabe werden MMR und Windpocken oft getrennt gespritzt.
- Abschluss der Grundimmunisierung bei Sechsfach- und Pneumokokkenimpfung.
Für die Kita ist die Masernimpfung besonders wichtig: Das Masernschutzgesetz verlangt vor der Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung einen Nachweis.
Vorschulalter und Schulzeit
- Auffrischung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten im Alter von etwa fünf bis sechs Jahren.
- Auffrischung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Kinderlähmung im Jugendalter.
- HPV für alle Kinder ab neun Jahren, also Mädchen und Jungen. Wer früh impft, braucht nur zwei Dosen, bei späterem Beginn sind es drei.
Die HPV-Impfung ist die am häufigsten verpasste Impfung dieser Altersgruppe, weil in diesen Jahren kaum noch Vorsorgetermine anstehen. Die J1 im Alter von zwölf bis vierzehn Jahren ist ein guter Anlass, danach zu fragen.
Jährlich und bei besonderem Risiko
Für Kinder mit chronischen Erkrankungen, für Frühgeborene und je nach Lebenssituation gelten zusätzliche Empfehlungen, etwa zur Grippeimpfung. Auch die FSME-Impfung hängt davon ab, ob ihr in einem Risikogebiet wohnt oder dorthin reist. Das ist kein Standardfall, sondern gehört in die Praxis.
Was Eltern praktisch hilft
Der gelbe Pass bleibt das Original. Er zählt in Kita, Schule und Praxis und gehört zu den Dokumenten, von denen es ein Foto geben sollte. Verlorene Impfpässe lassen sich nur mühsam rekonstruieren.
Die Auffrischungen sind das eigentliche Problem. Die Grundimmunisierung im ersten Jahr läuft mit den U-Untersuchungen fast von selbst. Was danach kommt, liegt Jahre auseinander, und genau da entstehen die Lücken. Wer die nächste Fälligkeit direkt nach dem Termin notiert, hat das Thema erledigt.
Eine Lücke ist selten dramatisch. Versäumte Impfungen können fast immer nachgeholt werden, ohne von vorne zu beginnen. Fragt in der Praxis nach einem Nachholplan, statt es auf sich beruhen zu lassen.
Den Überblick behalten
In WennDannDa tragt ihr jede Impfung mit Datum und nächster Fälligkeit ein, pro Person. Wenn eine Auffrischung ansteht, erinnert die App rechtzeitig, und der Termin wandert in den Familienkalender. Die Standardimpfungen sind als Vorlage hinterlegt, ihr tippt sie an, statt Namen abzuschreiben.
Die Angaben in diesem Artikel geben den Stand der Empfehlungen zum Veröffentlichungsdatum wieder. Maßgeblich ist immer der aktuelle Impfkalender des Robert Koch-Instituts.
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